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06.09.2017 15:44

Doppelter Mord - doppelte Freude

Krimilesungen im Limoncello

Doppelter Mord – doppelte Freude: Ein Dankeschön für zwei schöne Abende

Als Erstlingsautorin muss man sich sein Publikum erstmal schaffen. Als Uwe Reiner von den Seniorendiensten in Bad Wimpfen meinen Krimi Lichtertod zu Weihnachten geschenkt bekam und mich auf die Möglichkeit einer Lesung in seinem Lokal Limoncello ansprach, griff ich natürlich sofort zu.

Zunächst war ein Termin verabredet worden und schon bald gingen die ersten Anmeldungen ein. Dass es dann doch so viele wurden, war eine große Überraschung, und ein zusätzlicher Termin wurde ins Auge gefasst und schließlich auf den 1. September festgemacht.

Am 21. Juli war es dann soweit. Es war heiß, doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. Neben Bekannten und Nachbarn gab es auch viele unbekannte Gesichter. Das hübsche Ristorante Limoncello in der Wimpfener Fleckensteinstraße war bis auf den letzten Platz belegt. Wir deckten uns mit Getränken ein, dann ging es los.

Die Lesung selbst dauerte 50 Minuten. Im Gegensatz zum schwülen Bad Wimpfen spielt Lichtertod im weihnachtlichen Salerno, das aufgrund seiner kunstvollen Innenstadtbeleuchtung schon seit einigen Jahren zu den Lichterhauptstädten Italiens zählt. Die Vorbereitung auf die Lesung war mir nicht leichtgefallen, denn auf so kurzem Raum die Handlung des Romans nachzuvollziehen, ist natürlich unmöglich. Dennoch reichte die Zeit, um die Kommissarinnen Patrizia Vespa und Cristina D’Avossa mit ihrem Team vorzustellen. Dazu gab es Impressionen von Salerno und der Amalfiküste gewürzt mit spannenden Passagen und einem Ausblick auf das Finale.

Einige im Publikum kannten den Krimi bereits, andere noch nicht, und offenbar hatte die Auswahl aus dem Buch Lust auf mehr gemacht. Der Büchertisch der Neckarsulmer Buchhandlung Chardon war gut besucht und es gab viel zu signieren. Für mich das erste Mal und eine schöne Erfahrung.

Danach ging es ans Essen. Viele verschiedene Gerichte von Fisch bis Fleisch standen auf der Karte. Doch so viele Menschen auf einmal mit frisch zubereiteten Gerichten zu versorgen war natürlich eine große Herausforderung, und einige Besucher mussten länger auf ihr Essen warten. Dafür wurde die Qualität der Gerichte umso mehr gelobt. Giuseppe Medina, der zufällig aus der Gegend um Salerno stammende Koch des Limoncello, überzeugte sogar mich, und das ist gar nicht so einfach, denn mit guter italienischer Küche kenne ich mich mittlerweile aus.

Insgesamt war es ein schöner Abend. Viele Gäste saßen noch bis Mitternacht im Lokal bei Wein, Bier und der zunehmend frischer werdenden Abendlust. Es wurde viel erzählt und gelacht und im Hintergrund sorgte italienische Live-Musik für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Eine so schöne Veranstaltung schien schwer zu übertreffen. Würden sich für den 1. September noch einmal genügend Leute anmelden? Die Sorge war unbegründet. Auch die zweite Lesung war ausgebucht. Diesmal war es nicht ganz so heiß, eine echte Erleichterung.

Dazu kam, dass Giuseppe und seine reizende Frau Paola aus den Erfahrungen der ersten Veranstaltung gelernt hatten. Die Karte war ebenso fein aber kleiner und am Ende der Lesung kamen alle zügig in den Genuss eines sehr guten Essens.

Insgesamt waren es zwei wunderschöne Abende, bei denen ich sowohl einigen ‚alten‘ als auch sehr vielen neuen Gesichtern meinen Roman vorstellen durfte – darunter auch zwei vor Jahrzehnten nach Deutschland gekommenen italienischen Gästen, die das Buch aus der alten Heimat angelockt hatte.

Mein Dank gilt noch einmal Herrn Uwe Reiner für diese großartige Initiative, seinem Sohn Jens Reiner und dem ganzen Team, die bei der Organisation der Veranstaltungen mitgeholfen haben, und ganz besonders unseren Gastgebern Paola und Giuseppe für das gute Essen und die tolle Atmosphäre.

Mein zweiter Roman Todesklänge ist bereits geschrieben und erscheint im kommenden Februar. Spannung an der Amalfiküste ist garantiert, denn ein neuer rätselhafter Fall macht Patrizia Vespa und ihrem Team im heißen süditalienischen Juli ganz schön zu schaffen. Was Bad Wimpfen angeht, steht eines fest: Auch im nächsten Sommer wird es wieder eine Lesung im Wimpfener Limoncello geben.

Iris Müller

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